DATEV

Kanzlei der Zukunft-Thema von großem Interesse

28.11.2013

Bei der Veranstaltungsreihe „Kanzlei der Zukunft“ informierten sich mehr als 100 SteuerberaterInnen, wie durch Automatisierung und Digitalisierung bei der Buchführung auch künftig Geld verdient werden kann.

Der Leiter des Zukunftsausschusses in der KWT, Dr. Martin Bernardini, machte in seiner Rolle des Moderators deutlich, warum es jetzt und nicht erst irgendwann nötig ist, sich mit der Frage der Rentabilität der Buchführung zu beschäftigen. Er zitierte den früheren Staats-Chef der UdSSR Michail Gorbatschow mit seinem berühmen „Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte“ und nannte drei Beispiele. Der frühere Branchenriese Kodak verschlief
die Digitalisierung der Fotografie. Das Durchschreibesystem RUF-Buchhaltung bemerkte die Umstellung auf Computer zu spät. Und die österreichische Holzindustrie führte Bernardini als Beispiel dafür an, was passiert, wenn das Produkt zum austauschbaren Commodity wird, wo der Wettbewerb nur noch
über den Preis läuft.

Rasches Handeln nötig

In Buchführung und Lohnverrechnung sei genau dieser Prozess im Gange, warnte Bernardini und fügte hinzu, dass die insgesamt durchaus noch positive wirtschaftliche Entwicklung des Berufstandes darüber nicht hinwegtäuschen sollte. Als Nachweis führte Bernardini eine Statistik der
Umsätze der Buchhaltungsbetriebne in der Wirtschaftskammer Österreich, wo Umsatzerlöse und Personalaufwand deutlich steigen, der Brutto-Betriebsüberschuss aber deutlich zurückgeht.

Dass rasches Handeln angebracht ist, machte Bernardini auch noch anhand der Gegenüberstellung von herkömmlicher und digitaler Belegverarbeitung deutlich. Im Jahr 2000 arbeiteten die Steuerberater noch zu 100 % und die Wirtschaft zu 95 % mit Papierbelegen. 2012 wurden bei den Unternehmen bereits 71 % der Belege digital verarbeitet, bei den Steuerberatern erst fünf Prozent. Für das Jahr 2020 werde der Digitalanteil bei den Unternehmen auf 80 % und bei den Steuerberatern auf ungefähr 70 % steigen.

Steuerberater Mag. Erich Simon ging in seinem Referat unter anderem auf die Vorteile der digitalen Belegverarbeitung für die Kanzlei und für den Klienten ein und führte Punkte wie höhere Deckungsbeiträge, mehr Spielraum für Preisgespräche und neue Dienstleistungsoptionen für Mehrumsätze wie beispielsweise
das Mahnwesen an. In den Vordergrund stellte Simon auch die Verbesserung der Auskunftsfähigkeit nach innen und zum Klienten, weil jeder Beleg elektronisch immer verfügbar ist. Ein weiterer Vorteil für die Kanzlei ist die ortsunabhängige Verarbeitung, was Home-Office ermögliche oder Karenzprobleme entschärfen könne. Nicht zuletzt wies Simon auf die Imageverbesserung gegenüber den Klienten hin, weil digital mit modern gleichgesetzt werde.

Immer Zugriff

Auch für den Klienten bringe der jederzeit mögliche Zugriff auf ein digitales Beleg- und Rechnungsarchiv einen wesentlichen Vorteil. Papierbelege bleiben im Betrieb oder sind rasch wieder zurück, was für Rechnungskontrolle oder Zahlungssteuerung von Bedeutung sei und die kürzere Bearbeitungsdauer
bis zur Auswertung ermögliche zeitnahe Listen offener Positionen und aktuelle Mahnlisten.Die Umstellung bedürfe einer klaren Strategie, der sorgfältigen Vorbereitung und kleiner Schritte. Als erster Ansatz eigne sich oft die eigene Buchhaltung der Kanzlei. Für die Umstellung der Buchhaltung von Klienten
müssten diese sorgfältig eingeschätzt werden. Nach Meinung Simons sind derzeit nur etwa zehn Prozent der Unternehmen in der Lage und Willens, die Umstellung zu unterstützen.

Qualifizierung

Zweite große Aufgabe sei die Qualifizierung und Führung der Mitarbeiter. Nach der Feststellung der exakten Kosten von Buchungszeilen sollten Ziele und Incentives bei Zielerreichung vereinbart werden. Geprüft werden sollte auch, ob die Digitalisierung nicht überhaupt an darauf spezialisierte Unternehmen ausgelagert werden könne. Sinnvoll sei die Digitalisierung etwa ab einer Zahl von 250 bis 300 Buchungszeilen pro Klient und Monat.


DATEV-Geschäftsführer Christian Weinzierl, Christoph Prieler, Geschäftsführer der auf die Digitalisierung von Belegen spezialisierten ENTEOS und DATEV-Vertriebsleiter Peter Brunmayr zeigten dann, wie die Digitalisierung von Belegen und ihre Verarbeitung in der Praxis funktioniert.


"Die Kanzlei der Zukunft" ist eine Veranstaltungsreihe der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, diesmal in Kooperation mit DATEV.


      Startseite       Zurück       Kontakt       Drucken
Seitenanfang     

Mein Kundenkonto

E-Mail-Adresse

Passwort


Suche
im Bereich Top-Themen. Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein.

Suche