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Neue EU-Richtlinie...

30.07.2013

Die Richtlinie 2013/34/EU vom 26.06.2013 über den Jahresabschluss, den konsolidierten Abschluss und damit verbundene Berichte von Unternehmen bestimmter Rechtsformen und zur Änderung der Richtlinie 2006/43/EG des EU-Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinien 78/660/EWG und 83/349/EWG des Rates tritt am 19.07.2013 in Kraft. Die Umsetzungsfrist für die Mitgliedstaaten läuft grundsätzlich bis zum 20.07.2015. Sie können jedoch bestimmen, dass die Regelungen erst auf Geschäftsjahre, die am 01.01.2016 oder während des Kalenderjahres 2016 beginnen, anzuwenden sind.

Die Richtlinie ersetzt die 4. Gesellschaftsrechtsrichtlinie 78/660/EWG und 7. Gesellschaftsrechtsrichtlinie 83/349/EWG und ihre späteren Änderungen. Ziel ist die Reduzierung von Verwaltungslasten von kleinen Unternehmen durch ein für sie geltendes "Mini-Regime" sowie und die Erhöhung von Transparenz und Vergleichbarkeit der Abschlüsse grenzüberschreitend aktiver Unternehmen. Für kleine Unternehmen sieht die Richtlinie daher eine Vollharmonisierung vor. Die Mitgliedstaaten können weitergehende Anforderungen nur in den von der Richtlinie zugelassenen Ausnahmefällen anordnen.

EU-weite Definitionen der Unternehmensgrößen (Art. 3) sollen die Vergleichbarkeit gewährleisten, die neuen Schwellenwerte (von denen mindestens zwei nicht überschritten sein dürfen) betragen:

 

 

Kleinstunternehmen

Kleine Unternehmen

Mittlere Unternehmen

Große Unternehmen

Bilanzsumme

350.000 €

4 Mio. €

20 Mio. €

> 20 Mio. €

Nettoumsatzerlöse

700.000 €

8 Mio. €

40 Mio. €

> 40 Mio. €

Beschäftigte

10

50

250

> 250

Für "Kleine Unternehmen" können die Mitgliedstaaten die Schwellenwerte anheben (Bilanzsumme bis 6 Mio. €, Nettogesamtumsatz bis 12 Mio. €). Deutschland hat angekündigt, von dieser Option Gebrauch machen zu wollen.

Wesentliche Bilanzierungsgrundsätze wie das Vorsichtsprinzip (Art. 6 Abs. 1c) finden sich auch weiterhin in der EU-Rechnungslegung. Die im Kommissions-Vorschlag vorgesehene Aufnahme von Bestimmungen zur Bewertungsgrundlage für Anlagevermögen zu Neubewertungsbeträgen (Art. 7) als auch des beizulegenden Zeitwerts (Art. 8) konnte sich durchsetzen.

Statt dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen einheitlichen Bilanzformat sind nun zwei Gliederungen möglich. Die Mitgliedstaaten können entweder eine Gliederung vorschreiben oder es in das Ermessen des einzelnen Unternehmens stellen, sich für eine Art zu entscheiden. (Art. 10). Es wird zwei GuV-Formate geben (Art. 13): eines nach der Aufwandsart (Anhang V) und eines nach der Aufwandsfunktion (Anhang VI).

Die Mitgliedstaaten können es kleinen Unternehmen gestatten, eine verkürzte Bilanz aufzustellen (Art.14 Abs. 1). Außerdem haben sie die Option, kleinen und mittleren Unternehmen die Aufstellung einer verkürzten GuV zu gestatten (Art.14 Abs. 2). Auch hinsichtlich der Anforderungen an den Anhang wird nach Unternehmensgröße differenziert: Mittlere, große sowie Unternehmen von öffentlichem Interesse sind zu zusätzlichen Angaben verpflichtet (Art. 17). Von der Pflicht zur Offenlegung von GuV und Lagebericht können die Mitgliedstaaten kleine Unternehmen ausnehmen, für mittlere Unternehmen sind Vereinfachungen möglich (Art. 31).

Von der gesetzlichen Abschlussprüfung sind kleine Unternehmen ausgenommen (Art. 34). (Die im EU-Parlament diskutierte Ausweitung der Ausnahme auf mittlere Unternehmen hat sich nicht durchgesetzt.)

Bei kapitalmarktorientierten und großen Unternehmen, die im Rohstoffsektor und im Bereich der Primärwaldforstwirtschaft tätig sind, wird eine Pflicht zur länderspezifischen Berichterstattung eingeführt. Diese Unternehmen sollen jährlich länder- und projektspezifisch über Zahlungen, die 100.000 € überschreiten, an staatliche Stellen berichten (Art. 41 ff). In Anhang VII findet sich eine Entsprechungstabelle, mit der die Artikel der 4. und 7. Richtlinie in der neuen Richtlinie zugeordnet werden können.



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