DATEV

EU-News: Erleichterungen nur für Kleinstbetriebe

18.07.2011

Bei einem der Vorzeigeprojekte der EU zum Bürokratiekostenabbau, den "Kleinstunternehmen", hat sich der Europäische Rat am 30.05.2011 auf einen Kompromiss verständigt.

Die EU-Kommission hatte am 29.02.2009 die Ausnahme von Kleinstunternehmen aus der 4. Richtlinie (= Verzicht auf Jahresabschluss) vorgeschlagen. Das Einsparungspotential wurde mit 5,9 - 6,9 Mrd. € (1169 € à 5,3 Mio. Unternehmen) beziffert.

Das EU-Parlament hat den Richtlinienvorschlag am 10.03.2010 grundsätzlich unterstützt. Gleichzeitig betonte das EU-Parlament, dass Kleinstunternehmen weiterhin der Pflicht zur Führung von Aufzeichnungen unterliegen müssen, aus denen der Geschäftsverkehr und die finanzielle Lage des Unternehmens hervorgehen, wobei es den Mitgliedstaaten unbenommen bleibe, zusätzliche Pflichten aufzuerlegen.

Im Rat stockten die Verhandlungen lange. Nun wurde am 30.05.2011 ein Kompromiss erzielt, der erheblich vom ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission abweicht: Die Verpflichtung zum Jahresabschluss bleibt grundsätzlich bestehen. Von Erleichterungen sollen zudem nur sog. "Kleinstbetriebe" profitieren; die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Schwellenwerte werden halbiert (Bilanzsumme von 250 000 €, Nettoumsatzerlös von 500 000 € und - wie vorgeschlagen - 10 Beschäftigte).

Folgende Erleichterungen für Kleinstbetriebe können nach dem Kompromiss - von den Mitgliedstaaten optional - gewährt werden:

  • Befreiung von der Berücksichtigung von Rechnungsabgrenzungsposten, die nicht Materialaufwand, Wertberichtigungen, Personalaufwand und Steuern betreffen.
  • Befreiung von Anhang und Lagebericht
  • Befreiung von der Offenlegung, wenn die Bilanz im Einklang mit den nationalen Vorschriften bei mindestens einer benannten zuständigen Behörde ordnungsgemäß hinterlegt und an das Unternehmensregister übermittelt wird.
  • Möglichkeit der Erstellung einer verkürzten Bilanz und GuV

Das EU-Parlament hat enttäuscht auf diese politische Einigung im Rat reagiert. Wegen der erheblichen Abweichung von der Position des EU-Parlaments wird es nun eine zweite Lesung geben. Ob und wann die - notwendige - Einigung zwischen den Institutionen erreicht wird, ist derzeit offen. 


      Startseite       Zurück       Kontakt       Drucken
Seitenanfang     

Mein Kundenkonto

E-Mail-Adresse

Passwort


Suche
im Bereich Top-Themen. Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein.

Suche